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Serie: Glauben für EinsteigerWo bleibt die Leidenschaft?Reduce Life to Passion - so lautete jüngst das Motto einer Werbekampagne für alkoholische Mixgetränke. Offenbar verkauft das Gebräu sich besser, wenn sich Leidenschaft suggerieren lässt: Die Mehrheit der Bevölkerung ist angelascht, abgestumpft oder ausgebrannt. Leidenschaft gibt es nur noch als gelegentliche romantische Stichflamme oder in Biotopen wie bei Sportfans und Modellbahn-Freaks. Überall sonst ist sie der Monotonie und Routine unseres Alltags zum Opfer gefallen, von Sorgen erdrückt, als zu riskant verdächtigt oder aus Kostengründen gestrichen.
"Los jetzt - gib mir alles, das mich spüren lässt, dass ich lebe" singt Avril Lavigne. Viele (und nicht nur junge) Menschen sehnen sich nach etwas, das sie so fasziniert dass sie dafür leben und sterben können. Denn Leidenschaft weckt unsere Lebensgeister. Man kann sie nur nicht so einfach herstellen, weder chemisch noch durch die Zerstreuungen der Freizeit-Industrie. Die Fähigkeit zu feuriger Begeisterung muss in uns geweckt werden. Angesichts der eher verkopften und unterkühlten Formen, die Christen in unseren Breiten pflegen, mag es zunächst überraschen, dass Gott in der Bibel als ausgesprochen leidenschaftlich erscheint. Und das nicht etwa nur im Alten Testament, das dazu sogar erotische Vergleiche bemüht, sondern auch und gerade in Jesus von Nazareth, der fröhliche Feste liebt, um die Menschen weint, mit Schmerzen kämpft, um die Wahrheit streitet. "Ich bin gekommen, ein Feuer anzuzünden", hat er von sich selbst gesagt - und viel für diese Passion in Kauf genommen. Die Bibel fordert auch uns heute heraus, "brennend im Geist" zu sein: Wie Jesus können auch wir brennen ohne auszubrennen, wenn wir ihn kennenlernen und dem Geist Gottes erlauben, von innen das Feuer zu nähren. Dauerhafte Leidenschaft braucht ein faszinierendes Gegenüber und doch auch eine innere Kraft, die meine trägen Emotionen auf Trab hält. Das hat seinen Preis: Unser Leben wird damit alles andere als schmerzfrei verlaufen. Aber es plätschert auch nicht mehr belanglos dahin. |